Die Werkzeugkette

Hier seht Ihr die Juni-Version der Werkzeugkette des Handwerks. Viele Berufe haben an dieser Kette teilgenommen und sie wird immer länger. Vielleicht sehen wir ja auch Euch irgendwann einmal auf dieser Kette.

Ausschuss zur Beilegung von Lehrlingsstreitigkeiten

In der Ausbildung kann es zwischen Auszubildenden und Arbeitgeber durchaus auch mal zu Streitigkeiten kommen. Dies ist vollkommen normal, da man durchaus verschiedener Meinung sein kann. Normalerweise ist dies mit einem klärenden Gespräch auchh wieder abgedeckt. In einigen Fällen kommt es leider auch zur Kündigung.

Wenn Ihr der Meinung seit, dass Euch zu Unrecht gekündigt wird, könnt Ihr Euch an den zuständigen Ausschuss zur Beilegung von Lehrlingsstreitigkeiten wenden.

Viele Innungen haben einen Ausschuss zur Beilegung von Lehrlingsstreitigkeiten, der solche Streitigkeiten schnell und fachkundig behandelt, da der Ausschuss neben einem unparteiischen Vorsitzenden noch aus einem Arbeitgeber und einem Arbeitnehmer des jeweiligen Handwerks besteht. Dadurch ist sichergestellt, dass die gewerksspezifischen Besonderheiten bis hin zu fachlichen Fragen auch von sachkundigen Ausschussmitgliedern behandelt und berücksichtigt werden. So wird eine gültige Einigung erleichtert, Fehlentscheidungen werden vermieden und die Akzeptanz einer Entscheidung wird erhöht.

Der Ausschuss entscheidet über den Streit durch einen Spruch, falls es zu keiner Einigung kommt. Erkennen die Parteien den Spruch an oder wird nicht innerhalb von 2 Wochen Klage beim Arbeitsgericht gegen den Spruch erhoben, so ersetzt der Spruch die Güteverhandlung.

Ist ein Ausschuss zur Beilegung von Lehrlingsstreitigkeiten nach § 111 Abs. 2 Arbeitsgerichtsgesetz gebildet worden, so muss dieser angerufen werden, bevor das Arbeitsgericht eingeschaltet wird.

Der Ausschuss tagt kostenlos. Darüber, ob ein Ausschuss bei den angeschlossenen Innungen besteht, informiert Sie die Geschäftsstelle der jeweiligen Kreishandwerkerschaft.

Hilfe, ich habe den falschen Ausbildungsberuf gewählt. Was soll ich tun?

Diese Frage stellt sich mittlerweile jeder 4. Auszubildende in Deutschland. Viele überstürzen Ihre Entscheidung und brechen die Ausbildung ab. Es ist höchst selten, dass die Arbeitgeber sich frühzeitig von Ihren Auszubildenden trennen.
Für viele Jugendliche ist es schwer, sich im Arbeitsalltag zurecht zu finden. Ärger mit dem Ausbilder, die Tätigkeiten, die man verrichten muss machen keine Freude, in der Berufsschule kommt man nicht auf Anhieb so gut mit wie man möchte oder die Mitazubis oder andere Kollegen machen einem das Leben schwer. Dieses ist aber noch lange kein Grund die „Flinte ins Korn zu werfen“.

Es gibt immer einen Ausweg. Einigen Auszubildenden hilft es zum Beispiel den Betrieb zu wechseln. Es ist sehr oft vorgekommen, dass die zwischenmenschlichen Beziehungen in den Betrieben nicht funktionieren. Bevor Du krank wirst, sprich mit Deinem Vorgesetzten und versucht gemeinsam eine Möglichkeit zu finden, Dich in einem anderen Betrieb unterzubringen. So konnten einige Azubis ihre Probleme lösen und hatten wieder Spass an der Arbeit.

Holt Euch in jedem Fall Rat. Die Berater der zuständigen Handwerkskammer, Lehrer oder auch Ausbildungsberater der Agentur für Arbeit sind immer für Euch da. Sucht das Gespräch mit diesen Personen. Vielen Dinge kann man alleine nicht lösen.

Meistens macht es zwar einen besseren Eindruck eine Ausbildung zu beenden. Auf der anderen Seite jedoch muss es nicht unbedingt die richtige Entscheidung sein. Auf jeden Fall bei einen Ausbildungsberuf zu bleiben, der einem gar nicht liegt, ist das Schlimmste, was man sich antuen kann. Vor allem verliert man hier wertvolle Zeit um sich in einem anderen Beruf umzuorientieren.

Einige Azubis bekommen gesundheiltiche Probleme, so dass sie auf diesem Wege gezwungen werden, sich umzuorientieren. In diesem Fall ist es ebenfalls wichtig sich über einen Wechsel zu informieren und keinesfalls einfach zu kündigen. Die Berater der Agentur für Arbeit stehen Euch hier zur Verfügung. So kann es vermieden werden, dass die bisherige Ausbildungszeit nicht umsonst war und angerechnet werden kann.